Energie Kreuzlingen

Wettbewerb 2022

in Zusammenarbeit mit

a+a bureau architecture+amenagement s.a. Luxembourg

Ausgangslage

Der derzeitige Standort der Energie Kreuzlingen bietet aufgrund der stetig steigenden Anforderungen an die betriebliche Infrastruktur keine räumlichen Kapazitäten für ein Entwicklungspotenzial und erfordert daher eine Neuausrichtung in puncto Standort, betrieblicher Organisation, Energienutzung und Schutz vor Natureinwirkungen.

Das gewählte Areal zur Neuplanung befindet sich auf der Parzelle 6584 „Sonnenwiese“ und stellt einen Übergang zwischen der Industrie- und Wohnzone am Bodensee dar. Der nördliche Außenraum bietet einen lukrativen Bezug zur Natur und zum Wasser mit tollen Blickbezügen und Ausblicken. Der weiche Baugrund (Seekreide) stellt allerdings in Verbindung mit der Gefahr des Bodenseehochwassers und sich stauendem Oberflächenwassers eine Herausforderung für die Planung des Grundstückes dar.

Konzept

Das von uns vorgeschlagene Konzept reagiert folgerichtig auf die unterschiedlichen Blick- und Orientierungsbezüge des Areales: die kleinteilige Wohnbebauung mit dem idyllischen Naturbezug im Norden und ein Industriegebiet im Süden. Mit dem Kerngedanken, diese Schnittstelle zwischen Industrie- und Wohngebiet weiterzuführen, sind hier zwei Baukörper geplant worden. Ein langer, funktionaler Riegel welcher die Funktionen des Werkhofes, Fahrzeughalle, Werkstatt und Parkmöglichkeiten beherbergt wird als Lärm- und Sichtschutz zum Industriegebiet im südlichen Teil des Areals platziert und bildet ein Pendant zu den großformatigen Bauten in der Umgebung. Gleichzeitig dient es städtebaulich als bildlicher Abschluss des Industrieareals.

Zusätzlich spielt sich ein weiterer Baukörper vom Funktionsriegel frei und erfüllt die Verwaltungsnutzung. Mit der Positionierung parallel zur Bucht hin werden Blickachsen zum Bodensee aufgenommen und gestärkt. Das kompakte und klar strukturierte Gebäudevolumen ist leicht gedreht und gliedert sich in die Umgebung ein, schafft aber auch gleichzeitig durch die Drehung eine Zugangszone zum Werkhof und der westlich gelegenen Sonnenwiesenstraße hin. Dort finden Besucherparken und Fahrradstellmöglichkeiten Platz, gesäumt wird der Zugang von Baum- und Staudenflächen. Östlich des Verwaltungsgebäudes hat die Drehung des Verwaltungsgebäudes den Vorteil, dass zusätzliche Verweilzonen zu der bestehenden Velo- und Fußwegverbindung geschaffen werden. Das Retentionsbecken im nordöstlichen Bereich dient nicht nur als notwendige Maßnahme für sich stauendes Oberflächenwasser, sondern begünstigt die Biodiversität und schafft zusätzlich einen Anreiz zum Verweilen.

Architektur

Offenes Parkdeck

Folgeführend auf den Kerngedanken, die Schnittstelle zwischen dem Industrie- und Wohngebiet zu stärken und zwei unterschiedlich geprägte Baukörper zu schaffen, sind die Gewerbefunktionen und Bürofunktionen auch je in einem Baukörper gebündelt.

Der lange Funktionsriegel im Süden des Areals bietet möglichst viel Fläche und Multifunktionalität für die wechselnden Anforderungen, gleichzeitig sind notwendige Verkehrsflächen, die in der Regel zur Erschließung des Grundstückes genutzt werden, so im Baukörper integriert, sodass ein möglichst kompaktes Volumen entsteht. Dadurch wird ein minimaler Grad an Bodenversiegelung erreicht. Im Erdgeschoss finden der Werkhof und eine groß dimensionierte Lagerhalle und Werkstätten Platz, eine Lade-/Durchfahrtsschleuse zur südlichen Sonnenwiesenstraße reduziert das Volumen durch Mehrfachnutzungen. Eine Rampe südwestlich der Halle führt zu den in den Obergeschossen liegenden Parkflächen für Angestellte und den Fuhrpark.

Das Verwaltungsgebäude beherbergt im Erdgeschoss die kaufmännische Abteilung nebst dem Empfangsbereich. Begegnungszonen in der Nähe der Mitarbeiterumkleiden des technischen Kundendienstes bieten den Angestellten Kommunikationsschnittpunkte. Ein zentraler Erschließungskern mit einer offenen Treppe, Aufzug und Nebenfunktionen bietet multifunktionale Ausrichtungen und schafft Platz für informelle Treffen. Zwei zusätzliche Nebenzugänge westlich und östlich des Verwaltungsgebäudes fangen den stetigen Fluktuationsstrom der Mitarbeiter zwischen dem Funktionsriegel, Außeneinsätzen und Büroverwaltung ab. In den Obergeschossen werden weitere Arbeitsplätze der verschiedenen Nutzungsabteilungen positioniert, Das Obergeschoss bietet neben einer Außenterrasse mit Blick auf den Bodensee und Arbeitsplätzen, zusätzlich größere Besprechungs- und Konferenzräume.